Review – Sea of Love

Am Wochenende vom 16. – 19. Juli 2010 war ich bei der Sea of Love, einem Festival für elektronische Musik. Austragungsort war am Tunisee direkt bei Freiburg. Der Schwerpunkt lag dabei auf Electro, Minimal und House, teilweise auch ein bisschen Techno (als Techno bezeichne ich hier nicht den Sammelbegriff für elektronische Musik, sondern eine Stilrichtung vergleichbar mit Acid House und Industrial).

Flyer

Das Organisatorische

Die Festivaltage waren der 17. und 18. Juli, Campen konnte man aber von Freitag bis Montag. Gekostet hat’s mich 69€ für die Festivalkarte und um die 12€ für’s Campen, es gab natürlich auch “kleinere” Tickets. Ansonsten war’s wie bei anderen Festivals, es gab zwei Campingplätze, einen großen Parkplatz, Dixi-Klos…ach, so wie immer halt.
Bühnenmäßig gab es einiges an Auswahl. Zum einen ein riesiges, an der Seite offenes Zelt, dann eine Mainstage-Bühne, wie man sie von Rock am Ring etc kennt und eine Seebühne – eine Art Bühnenfläche in dem Tunisee (ein mittelgroßer Baggersee), bei der die Tanzfläche im See war. D.h. man konnte im Wasser stehen und dabei zu guter Musik abgehen – ein sehr geiles Konzept!
Eines ist vielleicht noch wichtig zu sagen: Es wurde bis maximal um 22 Uhr Musik erlaubt, danach war Sense auf dem Festivalgelände (Bühnen etc).

Die Musik

Headliner waren – wie auf dem Flyer erkennbar – eindeutig Paul Kalkbrenner, Fedde Le Grand, Fanta4, 2ManyDJs und 2Raumwohnung.
Leider konnte (und wollte) ich nicht bei allen gleichzeitig da sein, gerade Fanta4 waren für mich nur ein Anlocker für die Leute, die von elektronischer Musik keine Ahnung haben und sich dann auf dem Festival gelangweilt haben. Deswegen hier mal alle DJs, bei denen ich war.

Paul Kalkbrenner:
War natürlich auch als großer Blickfang gedacht, aber bei diesem Herren kann man sich auf Qualität gefasst machen. Das tolle an Paul ist, dass er nicht nur einfach Platten auflegt, sondern als Liveact quasi einen Track komplett neu performen kann (und es auch tut). Ohne viel Fachgelabere: Er macht jeden Track in seinen Sets selbst, also komplett live. Wer sich für die Auflegemethoden von Paul Kalkbrenner interessiert, dem sei dieses Video ans Herz gelegt.

Auf dem Festival war er auch ziemlich gut, hat klasse Laune gemacht und die Leute mit seinen Tracksa mitgerissen. Definitiv empfehlenswert, aber nur, wenn er auch lang genug auflegen darf (1h mindestens!), sonst kann er seinen Flow nicht wirklich rüberbringen.

Stromae:
Dieser Act ist vor allem bekannt durch “Alors on danse”. Auf dem Festival stand er grad mal lächerliche 20min auf der Bühne, hat dafür aber wenigstens selbst gesungen. Mit kleinen Minispielchen hat er ein bisschen Kasperletheater gemacht, aber sonst war’s recht enttäuschend.

Chris Liebing:
Ein Alteingesessener in der EDM-Szene, der wie gewohnt seinen mitreißenden Deep-House-Style gespielt hat. Kurzum: Die Menge war sowas von am Abgehen bei dieser Musik, die einen einfach nur noch so hart wie möglich raven lässt – genial!

Christian Gimbel:
Dieser gute Junge hat genau da angesetzt, wo Liebing aufgehört hat: Bei knallhartem Techno/Deep House. Meiner Meinung nach war er noch ein Stück besser als sein Vor-DJ Chris, aber er hatte nunmal den Vorteil, dass alle schon auf dem Style “eingetanzt” waren.

Lexy & K-Paul:
Die beiden kannte ich schon aus einem Club bei mir in der Nähe, deswegen war ich vorbereitet. Aber das was ich dort gesehen hab, hat nochmal alles übertroffen! Das besondere ist, dass sie neben der Musik auch noch ordentlich Samples reinhauen. Das heißt, dass der gute K-Paul durchgehend Sound reinspamt, die teils witzig, teils enorm partyluststeigernd wirken! Um einen EIndruck zu gewinnen, könnt ihr bei Interesse ja mal auf YT nach einer Liveshow von Lexy & K-Paul schauen.

Also auf dem Festival war’s richtig genial, die beiden machen Stimmung bis zum Abkrachen und haben selbst dabei riesigen Spaß. Unbedingt anschauen!

Fedde Le Grand:
Kam direkt nach Lexy & K-Paul, wo die Menge absolut abgenutzt war. Deswegen war nicht so viel Stimmung da, aber Fedde Le Grand war immer einer, der einfach nur durch seine Musik überzeugen will. Die war größtenteils auch recht gut, wenn auch nach meinem Geschmack nicht überragend.

Fazit

Sea of Love war bisher mein bestes Festival, was auch an der höchst unterhaltsamen Gruppe lag, mit der ich gefahren bin. Doch auch die Musik war richtig fett, auch wenn die Organisation der Betreiber eher weniger gut war. Es gab einfach ein paar Punkte, die recht ärgerlich waren, doch die Betreiber haben schon zwei Tage danach angekündigt, dass sie die Fehler kennen und beheben werden, weil es eben ein recht junges Festival ist.

Wenn ich nächstes Jahr Zeit und Geld hab und nichts anderes dazwischen kommt, werd ich auf jeden Fall wieder hinfahren – und würd mich freuen, auch ein paar von euch irgendwo in der Menge treffen zu können ;)

 

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